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Dr. Henk Tennekes
TENNEKES_Vortrag_Alter Geidenhof Hansted
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Kommentar aus dem Winsener Anzeiger

von Joachim Zießler

vom Freitag, 20. Oktober 2017 · Nr. 245

Das leise Drama

 

Die Apokalypse kann sich auch leise heranschleichen. 

Erst verstummt der Frühling. Es ist weniger Insektengebrumm zu hören und weniger Vogelgezwitscher. Und das längst nicht nur auf den verödeten agrarindustriellen Produktionsflächen, für die der Name „Äcker“ irgendwie wie aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Sondern sogar in den Schutzgebieten. Eine Langzeitstudie bewies nun, dass in den besonders geschützten Rückzugsräumen nach 27 Jahren drei Viertel weniger Insekten auftreten. Das ist ein GAU in Zeitlupe. Er zeigt, dass das Konzept gescheitert ist, Tieren und Pflanzen inmitten der vom Menschen umgestalteten Welt ökologische Inseln anzubieten, von wo die Organismen sich wieder verbreiten sollten. Aber die Schutzgebiete bieten keinen Schutz. Hauptursache scheint in diesem Fall mal nicht die Klimaerwärmung zu sein. sondern die Industrialisierung der Landwirtschaft. Monotone Flächen, kaum noch Hecken, reichlicher Pestizid- und Dünger-Einsatz bringen den Tod unter die Kerbtiere. Der bloße Fortpflanzungserfolg der Gattung Mensch raubt ihnen den Lebensraum, weil kaum ein Ökosystem unangetastet bleibt. Ameisen, Käfer und Hummeln mögen nicht so knuffig sein wie der Koalabär, doch sie sind ein weitaus gewichtigerer Dominostein. Dessen Fall riss bereits den nächsten Dominostein mit: Eine weitere Studie ergab, dass in zwölf Jahren die Zahl der Vogel- Brutpaare um Millionen schrumpfte. Pflanzen sind der nächste Dominostein, denn mit den Insekten wurden ihnen die Bestäuber geraubt. Am Ende der langen Reihe von Dominosteinen steht der Stein der selbsternannten Krone der Schöpfung. Das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier wird am Ende auf die Art durchschlagen, die den Planeten wie einen Untertanen behandelt, obwohl sie auf ihm nur zu Gast ist.  (mit freundlicher Freigabe vom Autor, Textlayout an Homepage durch NABU-Buchholz angepasst)

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Original Auszug vom Winsener Anzeiger
Insekten_LZ-LZG-20_10_2017-017.pdf
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Offene Pforte auf der Streuobstwiese

Bei aller bestem Wetter hat der NABU-Buchholz am 01. Oktober einen Tag der offen Pforte auf der von uns betreuten Streuobstwiese durchgeführt. Mit dabei war auch unser "Jungimker" Pelle mit seinem Vater. Der Nachmittag war ein gelungener Abschluss unseres Jahresprogramms 2017.

Einziger Wermutstropfen: im vergangenen Jahr gab es viele Äpfel und wenige Besucher, in diesem Jahr viele Besucher, aber (witterungsbedingt) nur sehr wenige Früchte. 

Pilzwanderung in Lohbergen

Bereits zum 13. Mal hatte der NABU-Buchholz zu seiner jährlichen Pilzwanderung am Samstag eingeladen. Mehr als 60 interessierte Besucher aus allen Altersklassen kamen, um den Ausführungen unseres zweiten Vorsitzenden Dr. Lars Benecke zu folgen. Dieser machte schnell klar, das es hier nicht darum geht, wo die besten Plätze im Wald zu finden sind, um möglichst viele Steinpilze zu sammeln. Sondern es ging darum, die verschiedenen Arten von Pilzen näher kennen zu lernen und auch die essbaren Speisepilze von den anderen ungenießbaren bzw. giftigen Exemplaren unterscheiden zu können. Schwerpunkt waren die oft verkannten Täublinge. Man musste die kleine Heerschar nicht lange suchen lassen und schon zeigte sich die sichtliche Begeisterung unseres Experten, als er die ersten gesammelten Exemplare auf den Resten einer ehemaligen Sitzbank präsentierte. Säuberlich geordnet nach Arten wurden diese von Dr. Benecke mit zahlreichen Anekdoten und Hintergrundinformationen erläutert. Auf Fragen aus dem Publikum wurde spontan reagiert und es entwickelte sich ein reger Dialog. Das ganze wurde an zwei weiteren Stellen wiederholt und jedesmal wurden andere Pilzarten entdeckt.    

 

Stadtfest in Buchholz

Der NABU-Buchholz hatte diesmal sein neues Zelt schon am Donnerstagabend aufgestellt. Dank der vielen Helfer war dies in aller Kürze erledigt. Wie gut diese Entscheidung war, zeigte sich am Freitag Vormittag, es regnete in Strömen. Der Boden war aufgeweicht und einige Fahrzeuge fuhren sich auch noch fest. Am Samstagvormittag erreichte die "Schlammschlacht" ihren Höhepunkt, ein schweres Zulieferfahrzeug für das Bierzelt gegenüber hat auf unserer Seite den ganzen Rasen aufgewühlt. Die Stadtfest-Organisation besorgte dann einige Grünbeläge als Wege, so wurde dann doch noch das Zelt auch für Besucher ohne Gummistiefel erreichbar.

 

Der Sonntag zeigte sich dann schon deutlich besser, es trockneten auch die Zuwegungen wieder ein wenig, so dass sich dann doch viele Besucher und Interessierte einfanden. Dabei ergaben sich Gespräche über das rasante Artensterben bei vielen Vogelarten und den dramatischen Rückgang der Insektenvielfalt. Beides kann vielleicht nicht nur auf unsere Agrarindustrie zurückgeführt werden, aber diese hat doch einen wesentlichen Anteil. Besonders die intensive Nutzung der Felder durch Mais- und Rapsanbau und natürlich der Einsatz von Pestiziden leisten hier ihren Beitrag. Für manch einen Besucher war es neu, das z.B. Rebhühner einen Rückgang in der Population von 13,5 Mio Tieren in 1980 auf nur noch 0,8 Mio in 2010 zu verzeichnen haben, eine Folge unserer heutigen Monokultur in der Landwirtschaft.

 

Die folgenden offiziellen Artikel des BfN aber auch die Naturschutz-Offensive 2020 geben ganz klare Handlungsziele vor.  

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AGRAR-Report 2017 des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)
Dieser aktuelle Report beschreibt sehr exakt, was wir heute mit unsereren Landwirtschafts-Industriebetrieben der Umwelt und der in der Natur lebenden Flora und Fauna antun.
Agrar-Report2017.pdf
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Naturschutz-Offensive 2020 des Bundesministerium für Umwelt
Hier wird sehr deutlich beschrieben, welchen immensen Handlungsbedarf wir haben um unsere Umwelt und die Natur noch halbwegs zu retten und für künftige Generationen zu erhalten
naturschutz-offensive_2020_broschuere_bf
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siehe auch Gartengruppe

Exkursion zu den Bibern nach Geesthacht

Am Sonntag, den 18.06 waren wir in der Nähe von Geesthacht. Der NABU-Buchholz hatte gemeinsam mit dem NABU-Hanstedt und dem NABU-Winsen zu einer naturkundlichen Wanderung unter der Führung von Detlef Gumz eingeladen. Diesmal ging es mit dem Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg auf den Spuren des Bibers durch das Niedermarschachter Werder bei Geesthacht. Vor 100 Jahren war der Biber aufgrund seines Fells sowie dem  

„Bibergeil“, ein Duftstoff zur Markierung des Reviers, fast ausgerottet. Dank umsichtiger Naturschutzmaßnahmen hat sich die Population innerhalb der letzten 60 Jahre in Deutschland von nur 200 auf 7000 Exemplare erhöht und so breitet er sich langsam wieder in den heimischen Gefilden aus. Der Biberexperte Roger Günzel erläuterte uns, dass nun schon seit mehr als 10 Jahren hier an der Elbe wieder Biber ansässig sind. Herr Günzel hatte auch einige Schaustücke, so ein Biberfell aber auch einen Schädel mit den mächtigen, immer nachwachsenden, Nagezähnen dabei. Zum Abschluss unserer Exkursion berichtete noch „Storchen-Vater“ Hans Steinert von sehr erfreulichen Bruterfolgen, in diesem Jahr wurden die meisten Jungstörche seit 1971 gezählt, bisher 76. Natürlich haben wir neben den Biberspuren auch die Störche, den Rotmilan und etliche Gänse an der Elbe beobachten können.

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Siehe unter: NABU-Biotope Archiv