++++++ AKTUELLES Wanderung rund um den Brunsberg mit Detlef Gumz +++++++
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Naturkundliche Wanderung in Buchholz

Am 19. August werden wir von 10:00 bis ~12:30 Uhr mit dem Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg wieder eine Exkursion machen. Diesmal gehen wir durch das Naturschutzgebiet am Brunsberg und werden sicherlich wieder einiges Interessantes von Herrn Gumz erfahren.

Treffpunkt: Parkplatz der Grundschule Sprötze an der Lehrer Schwägermann-Straße.

Baum des Jahres in Buchholz

Ratspolitiker sowie Vertreter von Naturschutzverbänden und Verwaltung pflanzen den Baum des Jahres 2018 auf eine Wiese im Gewerbegebiet Vaenser Heide II

 

Buchholz (hh/ein) Wer immer schon mal pflückfrische Esskastanien probieren wollte, kann das voraussichtlich im Herbst tun. Am Tag des Baumes - der immer am 25. April eines Jahres ist - pflanzten Mitglieder des Rates sowie Vertreter von Naturschutzverbänden und Verwaltung eine „Castanea sativa“, im Volksmund auch als Ess- und Edel-Kastanie oder Marone bekannt. Zu finden ist der Früchteträger auf einer Wiese im Gewerbegebiet  Vaenser Heide II nahe am Wanderweg, der von dort durchs Gebiet nach Dibbersen verläuft.

Ursprünglich im eher mediterranen bis süddeutschen Raum zuhause, wächst die Ess-Kastanie auch im Norden bis nach Südskandinavien. Vor der Einführung der Kartoffel als Grundnahrungsmittel durch Friedrich den Großen war die Frucht aufgrund ihres hohen Stärkeanteils eine wichtige Nahrungsgrundlage für die ärmere Bevölkerung. Die Edel-Kastanie ist nicht mit der Rosskastanie verwandt. Die Marone gehört zur Gattung der Buchengewächse, die Rosskastanie zu den Rosskastanien, ist also eine eigene Gattung“, weiß Thomas Söller, Leiter des Fachdienstes StadtGrün. „Das Holz zählt zu den dauerhaftesten in Mitteleuropa und wurde daher gerne unter anderem für Schiffbau, Möbelherstellung und Weinfässer verwendet.“ Überdies ist die Pflanze zudem eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Die Pflanzaktion wird in Buchholz seit mehr als 20 Jahren praktiziert. (Text und Bild: Auszug von Stadt Buchholz Homepage - Heinrich Helms)

Rettet die Insekten

H.Helms Stadt Buchholz
H.Helms Stadt Buchholz

Vortrag und Debatte zum Thema Insektensterben: Mehr als 120 Besucher erlebten einen spannenden Abend in der Rathauskantine

 

(23.4.2018 - Maliers/ Helms). Unter der Überschrift „ Rettet die Bienen“ hatten Stadt, BUND, Greenpeace, NABU und NaturFreunde für den 16.4. zu Vortrag und Debatte geladen. Die mehr als 120 Besucher in der sehr vollen Rathauskantine machten deutlich: Das Thema Insektenschutz brennt den Buchholzerinnen und Buchholzern unter den Nägeln. Kein Wunder.

„Weltweit sterben täglich mehr als 100 Arten aus, Pflanzen und Tiere. Auf Dauer hat das gravierende Folgen für das ganze Ökosystem! ", warnt Herbert Maliers von der Buchholzer Greenpeace Gruppe. „Denn wenn die Bienen und Insekten sterben, verschwinden auch die Pflanzen, die von ihnen bestäubt werden, und die Vögel, die sich von Insekten ernähren“. Die ganze Nahrungskette sei betroffen. „So etwas hören wir immer mal wieder in den Nachrichten. Aber es bewegt uns kaum, denn diese Information ist viel zu abstrakt und geht im Strom der täglichen Katastrophenmeldungen unter“, stellt Maliers fest.

Anders jüngst beim Vortrag von Sabine Wolansky. Nach der Begrüßung durch Stadtbaurat Niemöller entführte die Holm-Seppenserin ihre Vortragsgäste anhand beeindruckender Makroaufnahmen in die Lebenswelt von Honig- und Wildbienen. Sie zeigte einen Ausschnitt aus der Vielfalt der Arten (allein in Deutschland gibt es mehr als 500 Wildbienen-arten) von denen sich einige auf ganz bestimmte Wildblumenarten als Nahrungsquelle spezialisiert haben. Auch der Humor kam nicht zu kurz. Den belegten Bilder wie etwa das einer schlaftrunkenen Hummel in einer Blüte, eines mit einem von mehreren männlichen Verehrern bedrängten Wildbienen Weibchen oder einer Honigbiene, die eine Kollegin aus dem Wasser zog.

Im zweiten Vortragsteil ging Wolansky auf den dramatischen Insektenschwund (70 Prozent Rückgang in 20 Jahren) und dessen Ursachen ein. Dazu zählten das Verschwinden ihrer Lebensräume (Acker-ränder, Hecken, Brachflächen) und ihrer pflanzlichen Nahrungsgrundlagen, zum Beispiel der Wild-blumen. Auf intensiv genutzten Ackerflächen mit ihren Monokulturen finde man weder Mohn-, Korn- oder andere Wildblumen. Sie würden als so genannte Unkräuter mit Pflanzenbekämpfungsmitteln (wie etwa Glyphosat) weg gespritzt. Und die ausgebrachten Schädlingsbekämpfungsmittel (zum Beispiel Neonicotinoide) schadeten ebenso massiv den Nützlingen.

„Wenn es Bienen und Wildbienen nicht mehr gibt, wer übernimmt dann eigentlich die Bestäubung im Obst- und Gemüseanbau?“, fragte Wolansky. Und zeigte ein Foto aus einer Region in China, in der inzwischen die Menschen in Handarbeit die einzelnen Blüten bepinseln müssen. Darüber hinaus lande ein großer Teil der Gifte im Ackerboden und schädige dort die Mikroorganismen und damit die Bodenfruchtbarkeit, oder werde durch Auswaschung in Gewässern oder ins Grundwasser eingetragen. Letztlich fänden sich Spuren auch in unseren Nahrungsmitteln und in unserem Körper. Beispielsweise sei Glyphosat in vielen Biersorten sowie im menschlichen Urin nachgewiesen worden.

Abschließend appellierte Wolansky, an die Zuhörer, dass sich die Einstellung der Menschen zu diesem Thema verändern müsse. Die große Politik sei hier genauso gefragt wie jeder Einzelne, der zum Beispiel mit geeigneten Balkonblumen bzw. Gartenpflanzen kleine Oasen schaffen könne.

 

Mit dem trotz seiner knapp 80 Minuten Länge sehr kurzweiligen Vortrag war der Abend noch nicht zu Ende. Im Anschluss berichtete die Imkerin Bärbel Schmidt über ein Projekt, das sie gemeinsam mit Alex Miemczyk in Holm-Seppensen initiiert hat: Mit Unterstützung der Stadt werden an mehreren Stellen der Ortschaft Wildblumenwiesen angelegt, um so Oasen für Bienen und Insekten zu schaffen. Durchaus eine Anregung auch für andere Ortsteile der Stadt. Schließlich stellten mit Marte Beran und Friederike Herrmann zwei Schülerinnen des Gymnasiums am Kattenberge ein Projekt vor, bei dem sie untersuchen wollen, ob und wie in der Stadt aufgestellte Insektenhotels von den Tieren angenommen werden. Eine anregende Diskussion schloss sich an.  Bilanz eines Besuchers: „Das war ein Augen öffnender, relevanter und anrührender Abend.“

 

Kommentar aus dem Winsener Anzeiger

von Joachim Zießler

vom Freitag, 20. Oktober 2017 · Nr. 245

Das leise Drama

 

Die Apokalypse kann sich auch leise heranschleichen. 

Erst verstummt der Frühling. Es ist weniger Insektengebrumm zu hören und weniger Vogelgezwitscher. Und das längst nicht nur auf den verödeten agrarindustriellen Produktionsflächen, für die der Name „Äcker“ irgendwie wie aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Sondern sogar in den Schutzgebieten. Eine Langzeitstudie bewies nun, dass in den besonders geschützten Rückzugsräumen nach 27 Jahren drei Viertel weniger Insekten auftreten. Das ist ein GAU in Zeitlupe. Er zeigt, dass das Konzept gescheitert ist, Tieren und Pflanzen inmitten der vom Menschen umgestalteten Welt ökologische Inseln anzubieten, von wo die Organismen sich wieder verbreiten sollten. Aber die Schutzgebiete bieten keinen Schutz. Hauptursache scheint in diesem Fall mal nicht die Klimaerwärmung zu sein. sondern die Industrialisierung der Landwirtschaft. Monotone Flächen, kaum noch Hecken, reichlicher Pestizid- und Dünger-Einsatz bringen den Tod unter die Kerbtiere. Der bloße Fortpflanzungserfolg der Gattung Mensch raubt ihnen den Lebensraum, weil kaum ein Ökosystem unangetastet bleibt. Ameisen, Käfer und Hummeln mögen nicht so knuffig sein wie der Koalabär, doch sie sind ein weitaus gewichtigerer Dominostein. Dessen Fall riss bereits den nächsten Dominostein mit: Eine weitere Studie ergab, dass in zwölf Jahren die Zahl der Vogel- Brutpaare um Millionen schrumpfte. Pflanzen sind der nächste Dominostein, denn mit den Insekten wurden ihnen die Bestäuber geraubt. Am Ende der langen Reihe von Dominosteinen steht der Stein der selbsternannten Krone der Schöpfung. Das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier wird am Ende auf die Art durchschlagen, die den Planeten wie einen Untertanen behandelt, obwohl sie auf ihm nur zu Gast ist.  (mit freundlicher Freigabe vom Autor, Textlayout an Homepage durch NABU-Buchholz angepasst)

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Original Auszug vom Winsener Anzeiger
Insekten_LZ-LZG-20_10_2017-017.pdf
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AGRAR-Report 2017 des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)
Dieser aktuelle Report beschreibt sehr exakt, was wir heute mit unsereren Landwirtschafts-Industriebetrieben der Umwelt und der in der Natur lebenden Flora und Fauna antun.
Agrar-Report2017.pdf
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Naturschutz-Offensive 2020 des Bundesministerium für Umwelt
Hier wird sehr deutlich beschrieben, welchen immensen Handlungsbedarf wir haben um unsere Umwelt und die Natur noch halbwegs zu retten und für künftige Generationen zu erhalten
naturschutz-offensive_2020_broschuere_bf
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